FAQ's zu den Erfahrungen aus gut 30 Hufkursen für Laien

Warum entstand dieser Typ von Hufkurs?

Pferdebesitzer erkannten gravierende Probleme an den Hufen ihrer Pferde, hatten aber aus diversen Gründen keinen regelmäßigen Zugriff auf ausreichend qualifiziertes Fachpersonal. Um die Probleme trotzdem zu lösen, wurde versucht ihnen Mittel an die Hand zu geben, Hufe selbst zu bearbeiten.

 

Kann ein 2 Tageskurs alles vermitteln was ein Pferdebesitzer braucht um sein Pferd zu versorgen?

Definitiv nein. Aber er hat sich als guter Einstieg erwiesen, damit die Pferdebesitzer sich das erarbeiten was sie für ihre Pferde brauchen.

 

Machen solche Kurse den Profi überflüssig?   

Definitiv nicht. Es wird immer Fälle geben, die den Profi brauchen und auch nicht jeder Pferdebesitzer kann und will seine Pferde selber machen.

 

Ist das „Selbermachen“ eine Alternative zum Hufprofi?

Es ist eine sehr gute Alternative zum schlechten Hufprofi.

 

Ersetzt ein Hufkurs den Hufschmied?

Nein, denn in diesen Hufkursen wird z.B. nicht vermittelt, wie klassische Metallbeschläge angepasst werden. Es werden nur Teilmengen einer Hufschmiedearbeit vermittelt. Der Kurs kann nur dann den Hufschmied ersetzen, wenn der Pferdebesitzer und sein Pferd mit barhuf und industriell vorgefertigtem Hufschutz klar kommt. Es reicht auch nicht nur ein Kurs. Der Teilnehmer muss bereit sein sich über den Kurs hinaus weiterzubilden.

 

Welche Risiken ergeben sich aus den Kursen für Laien? 

Alle Risiken, denen auch Profis ausgesetzt sind, sprich fehlerhaft stellen, zu kurz schneiden, vernageln etc.

Mitunter sind die Gründe für Fehler andere, z.B. sind Laien oft zu ängstlich und daraus entstehen Fehler, Profis dagegen neigen eher dazu Fehler auf Basis eingefahrener Routinen zu machen. 

Das Pferd ist also durch Laienarbeit keiner besonderen Gefahr ausgesetzt.

Der Grund für die relative Fehlerarmut beim Laien dürfte in der grundsätzlichen Fähigkeit aller Kursteilnehmer mit Pferden umzugehen, liegen. Bezogen auf das Pferd ansich, sprich Reiten, Füttern, Satteln, Pflegen etc. sind Pferdebesitzer meistens gar keine Laien. So können sie sich gut in das Thema Hufe einfinden.

 

Warum braucht ein Hufschmied Jahre um sein Handwerk zu lernen, Laien aber nur 2 Tage um Pferde huftechnisch zu betreuen?

Weil sie nicht das Gleiche lernen müssen und nach anderen Systemen arbeiten.

Der Hufschmied muss den Anspruch haben nahezu alle Pferde versorgen zu können, sprich vom Fohlen über kranke Pferde bis hin zum Hochleistungssportpferd.  Der Laie muss nur seine Pferde versorgen.

Der Hufschmied muss die aufwendigen Beschlagstechniken erlernen, der Laie muss nur die Hufschutztechniken lernen, die er individuell braucht.

Der Hufschmied muss sich sehr häufig der Anforderung stellen, Pferde dauerhaft unter Beschlag zu halten. Der Laie kann in vollem Umfang auf die Unterstützung durch Barhufhaltung und -bearbeitung setzen.

Der Hufschmied sollte gute anatomische Kenntnisse besitzen, in der Lage sein Krankheiten zu erkennen und ggf. zu heilen und zur fachlich anspruchsvollen Zusammenarbeit mit Tierärzten befähigt sein.

Der Laie muss nur seine Pferde versorgen, braucht kaum anatomische Kenntnisse und ist auch nicht fachlicher Partner des Tierarztes.

Der Hufschmied muss wirtschaftlich arbeiten. Der Laie kann sich viel Zeit lassen.

 

Ist das „Selbermachen“ die Zukunft der Hufbearbeitung?

Hoffentlich nicht!  Es wäre unseren Pferden zu wünschen, dass wir irgendwann ausreichend Spitzenkräfte im Bereich der Hufbearbeitung haben. Aber solange die momentanen Ausbildungsbedingungen noch so unzureichend sind, wird die Bearbeitung in Eigenregie an Bedeutung noch gewinnen.

 

Gehen die Kursteilnehmer mit dem Gelernten verantwortungsvoll um?

Definitiv ja! Die Teilnehmer überlegen sich sehr genau, welche Arbeiten sie nach dem Kurs selber machen und welche sie dem Profi überlassen. Sie hinterfragen ihre eigene Arbeit auch nach den Kursen sehr stark, z.B. in dem sie diese fotografisch dokumentieren und von Profis bewerten lassen. Sie bilden sich mittels Bücher, Internet und durch weitere Kurse fort. Sie prüfen auch Bearbeitungsmethoden anderer Schulen, so dass sie keineswegs an einem System kleben bleiben.

 

Kommen die Kursteilnehmer mit dem Ziel den Hufschmied einzusparen?

Definitiv nein. Die Kursteilnehmer sind ausgesprochen qualitätsbewusst, sind jederzeit bereit viel Geld für einen ausreichend qualifizierten Fachmann zu zahlen, wenn sie denn einen bekommen würden. Sie kommen in der Regel auch nur mit dem Ziel in die Kurse mehr verstehen zu wollen, nicht mit dem Ziel Geld zu sparen.

Es gibt in der Regel zwei Gründe warum sich Kursteilnehmer dann doch entscheiden es selber zu machen:

  1. Nicht mehr zeitlich und organisatorisch vom Hufprofi abhängig zu sein.
  2. Fehlende Qualität des Profis

 

Gibt es ein System nach denen die Laien geschult werden?

Da sich die Lehrenden der Hufe-im-Fokus-Gruppe in ihrer Arbeit unterscheiden, gleicht kein Kurs dem anderen. Die Basis der Bearbeitung erfolgt aber bei allen Kursen nach den Varianten der Sohlentheorie. Das Arbeiten nach Sohlentheorie ist nicht so fehleranfällig wie andere Vorgehensweisen und deshalb besonders gut für Laien geeignet.

 

Eignen sich die Hufkurse auch für Hufprofis, wie Hufschmiede und Hufpfleger?

In begrenztem Maße ja. Profis, die nicht nach Sohlentheorie arbeiten, können deren Prinzipien erlernen. Hufpfleger, die bisher nicht Beschlagen und/oder keine Klebesysteme einsetzen, können in einigen der Kurse diese Techniken erlernen.

Es wird empfohlen, dass Hufprofis mit dem Seminarleitern vorher genau absprechen, in welchem Rahmen sie welche Techniken erlernen wollen.