Hufkurs mit Martin Bösel

DANKE für einen Hufkurs!

Es ist so selten auf Pferde-Menschen mit eigener Meinung zu treffen - die sich aber nicht als das Maß aller Dinge betrachten!

Häufig "verstecken" sich Aussagen hinter irgendwelchen Theorien/Dogmen:
- mein Ausbilder/Trainer/Lehrer hat gesagt
- in manchen Büchern (ich kann es nicht mehr hören oder lesen!) ... "der alte Mann" hat gesagt/ hat mich gelehrt ...
und und und und .... Hauptsache man muss sich nicht selber verantwortlich fühlen für seine Taten

Als Pferdebesitzer/Reiter/Pferdemensch übernehmen wir VERANTWORTUNG für 2 Lebewesen: für uns und unser Pferd!
VERANTWORTUNG kann nicht abgeben oder geteilt werden!

Natürlich macht man auch Fehler in seinen Entscheidungen, aber auch zu denen muss man (auch vor sich selber) stehen!
Das bedeutet auch, dass es häufiger schwerer als leichter ist, sich durch den Dschungel an Angeboten - manchmal auch nur an Verblendungen und heißer Luft einiger MarketingGurus - der unterschiedlichen Theorien und Möglichkeiten durchzukämpfen!

Auch in Tränen und Verzweiflung kann es zwischendurch münden! Aber aufgeben gilt nicht! Aufgeben können wir für uns selber - aber niemals für das Pferd! Es hilft also nichts: Ärmel aufkrempeln - selber denken - und loslegen!

In diesem Sinne möchte ich mich bei Martin Boesel für einen tollen Hufkurs bedanken! Selten jemanden im Pferdeumfeld getroffen, der "über Grenzen" hinweg schaut, ehrlich sagt, dass er seine eigene Überzeugung und Erfahrung weitergibt (keine Autoritätsargumente und keine Manipulations-Rhetorik verwendet), ehrlich anrät bei Pferden nicht in Schubladen, Methoden oder engen Dogmen zu denken, ehrlich Bedenken äußert, ehrlich Hinweise auf mögliche Spätfolgen gibt und auf eine sehr angenehme didaktische menschliche Weise "ein wenig Durchblick" in den Wust an möglichen Problemen schafft.

Zu häufig habe ich in den letzten Jahren reine Lippenbekenntnisse gehört: man spricht zwar von "Ganzheitlichkeit" oder man wäre für alles offen etc etc. - hört oder sieht man genauer hin, kommen dahinter häufig sehr "verbissene" engstirnige "Dogmen" zum Vorschein!
Nach 20 Jahren Pferdehaltung mag ich mich einfach nicht mehr mit solchen Dogmen-/Prinzipienverfechtern auseinander setzen. Jedes Extrem - jedes Abdriften in irgendeine Richtung verliert irgendwann den Realtitätsbezug! Ein Pferd ist ein Pferd und ist ein Pferd! Ein Reiter ist ein Reiter: egal ob Western- , Dressur-, Spring- oder Distanzreiter. Pferdegerechtes Reiten, pferdegerechte Haltung, pferdegerechte Hufbearbeitung und und und und unterliegt keiner Stilrichtung oder Mode! Wir können nur weiter lernen, individuell "forschen" bzw. uns umhören und mit offenen Ohren und Augen weiter denken!

Zu häufig habe ich Pferdemenschen getroffen, die sich als das Maß aller Dinge hingestellt haben. Zu häufig habe ich Pferdemenschen getroffen, die ihr Interessens-/Fachgebiet oder ihre "Meinung" als das Maß aller Dinge hingestellt haben!

NIEMALS sind es Einzelaspekte im GESAMTORGANISMUS Lebewesen:
Niemals ist es NUR die Hufbearbeitung, Niemals ist es NUR "das" Training, NIEMALS ist es nur (irgendein) Fach-Spezial-Therapeut / eine Fach-Ebene allein, Niemals ist es "nur" der Sattel, Niemals ist es "nur" die Fütterung, Niemals ist es nur die Haltungsform ........

Beim Pferd (und beim Menschen) ist es immer wieder das Zusammenspiel ALLER Faktoren und es gilt die KOMPENSATIONSFÄHIGKEIT des gesamten ORGANISMUS zu stärken bzw. zu erhalten.

Ein "dickes" Fell hatte ich mir in den letzten Jahren beim Kampf um mein Pferd ja bereits zugelegt: erneut war ich wieder in einer Sackgasse gelandet: dann sucht man sich wieder "neue" alte verschüttete Wege um für sich selber weiter zu kommen!

Das Wochenende hat alle meine Erwartungen übertroffen! Für mich und Shodan gibt es wieder einen weiteren Weg um voran zu kommen!

Auf dem Weg zu den "eigenen" Zielen und Möglichkeiten!

DANKE!

 

Simone Förster-Schüring

www.dai-shodan.de